Schwarze Schafe oder Scheinanbieter in der Datenrettungsbranche

Seit mehreren Jahren weisen wir die Kunden, die einen Datenverlust erlitten haben, darauf hin, den Datenrettungsanbieter mit bestmöglicher Sorgfalt auszuwählen. Dieser Beitrag soll nicht als Eigenwerbung interpretiert werden, denn nicht nur wir ein Direktanbieter mit eigenem Datenrettungslabor sind, der es mit Kunden seriös meint. Dazu gehören unserer Einschätzung nach ca. 20 – 30% aller Datenrettungsanbieter in Deutschland. Mehr ist es leider nicht, denn 70% bis 80% aller Webseiten, die Sie im Internet entdecken können, führen zu so genannten Scheinanbieter, oder bestenfalls zur Sammelstellen der ausländischen Datenrettungsfirmen.

Und nein, mit der Webseitenplatzierung bei der Suchmaschine, sowie modernem Web-Design, hängt die Seriosität und die Fachkompetenz der Datenrettungsfirmen nicht zusammen, denn Google und Co. können leider noch nicht zwischen geldgierigen SEO-Spezialisten, die mehr dazu verdienen wollen und den wahren Datenrettungsexperten unterscheiden.

Was können Sie also unternehmen, um mehr über die Datenrettungsfirma Ihrer Wahl zu erfahren, bevor es zu spät ( der Datenträger bereits abgegeben, bzw. verschickt ) ist und Ihnen nicht wie diesem Blogger (http://publizieren-im-netz.de/6499/webdesign-blog/katastrophale-datenrettung-aus-hamburg ) ergeht?

Die Checkliste

Firmenanschrift: Es darf sich kein Großbürohaus (erst recht nicht von REGUS oder DUSSMAN, denn es sind auf der Kurzzeitmiete spezialisierte Büroflächen Anbieter) mit hunderten Firmen auf meistens kleinstem Raum („Käfighaltungsprinzip“) dahinter verbergen. Ebenso nicht, wie eine kleine private Mietwohnung. Ein Datenrettungslabor mit Reinraumtechnik ist auf solchen Flächen aus vielen Gründen nicht realisierbar. Auch wenn der Anbieter mit bundesweiter, oder gar europaweiter Präsenz wirbt, ist gesunde Skepsis geboten. Selbst die größten globalen Anbieter wie „Kroll Ontrack“ unterhalten nicht zuletzt aus Personal/Kostengründen nur ein einziges Labor pro jeweiliges Land. Vergessen Sie es – es gibt kein Datenrettungslabor in jeder Stadt, bzw. jedem Dorf. Die billigen Sammelstellen, lassen sich natürlich in jeder Stadt problemlos und kostengünstig, ja auch unter sogenannten „Top-Adressen“ einrichten.

Liegt der Firmensitz in einem Gewerbe bzw. Industrie – Gebiet? Prima! Denn hier werden auch die meisten deutschen Datenrettungslabore (Kroll Ontrack, Convar, Datrek usw.) auch wirklich untergebracht.

Impressum: Um Ihre juristische Ansprüche auch im Fall der Fälle durchsetzen zu können,     muss im Impressum eine in Deutschland registrierte Firma genannt werden. Achten Sie auf die Steuernummer, sowie auf die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die mit DE beginnen muss. Außerdem muss die Firma eine physische Präsenz aufweisen können, bloß keine Briefkastenanschrift.

Lockangebote: Wird alles Mögliche kostenlos angeboten? Express Abholung und die Diagnose zum Null-Tarif? Dazu „Bestpreisgarantie“ und „never endende“ Aktionstarife? So arbeitet kein seriöser Datenretter. Hört sich natürlich toll an, meistens folgt der Euphorie eine herbe Enttäuschung.

Klar müssen wir alle werben, aber auch gleichzeitig kostendeckend arbeiten. Hinter den „alles billig“ Maschen verbergen sich bei manchem österreichischen, tschechischen oder auch englischen Scheinanbieter nicht selten die Kostenvoranschläge im Bereich von 1800 Euro bis 6500 Euro für die Datenrettung einer einzelnen Festplatte! Der Phantasie sind wahrlich keine Grenzen gesetzt! Nun müssen die zahlreichen Mietbüros, Hotline-Stimmen, Express-Abholdienste, sowie teure AdWords-Anzeigen finanziert werden. Auf die Löhne für qualifizierten Techniker sowie Datenrettungsingenieuren können solche Anbieter getrost verzichten.

AGB: Müssen immer gelesen werden! Den der Teufel steckt bekannter weise im Detail! Nicht selten bedauern die Geschädigten AGB außer Acht gelassen zu haben. Man gibt die Festplatte zur vermeintlich kostenlosen Analyse an einen angeblich örtlichen Datenrettungsanbieter weiter. Nach Absage aufgrund der horrenden Preisen wird mitgeteilt, dass eine „Bearbeitung / Versandpauschale“ in Höhe von 120 Euro zu entrichten ist. Und die Festplatte befindet sich plötzlich irgendwo in Österreich. Steht natürlich alles gut versteckt in AGB. Es wird auch oft genug verschwiegen, dass bei Misserfolg der Datenrettung 35% der Datenrettungskosten anfallen. Glauben Sie, es wird Ihnen in solchen Fällen „rechtzeitig“ auf die AGB hingewiesen.

Mitarbeiter: Nicht Quantität, sondern die Qualität ist ausschlaggebend. Wenn bei der Kontaktaufnahme der Eindruck entsteht, dass Ihrer Ansprechpartner sich technisch kaum auskennt, nicht den Unterschied zwischen Datei-und Betriebssystem weiß, oder gar nachfragt, was Sie unter RAID-System meinen, dann fragen Sie nach einem Techniker, bzw. Ingenieur der Ihre evtl. technische Fragen besser beantworten kann. Ist ein solcher nicht zu sprechen, oder besitzt er dieselbe „Kompetenz“, sollte man sich nach einem anderen Dienstleister umschauen. Denn eine kompetente Beratung ist für die jahrelangen Branchen-Profis wahrlich selbstverständlich.

Bearbeitungszeiten: Express Analyse in 14 Tagen? Notfallservice innerhalb einer Woche? Standard-Bearbeitung innerhalb 4-8 Wochen? Herzlichen Glückwunsch! Sie haben mit einem virtuellen Anbieter zu tun. Innerhalb dieser Zeit wird Ihre Festplatte zu einem fernöstlichen Anbieter (China, Indien, Pakistan) transferiert. Dort werden für unter 20% Ihrer tatsächlichen Datenrettungskosten die eigentliche Analyse und die Datenrettung durchgeführt. Erfolgsquote? Glauben Sie, die möchten Sie nicht wissen. Es gibt aber fairerweise genug Anbieter, die das Technische nach Europa outsourcen. Ob Sie wollen, dass Ihre Festplatte eine Welt/Europa Reise macht, bleibt Ihnen überlassen.

Persönlicher Kontakt: Sie können den Datenträger persönlich vorbeibringen, und müssen Ihre wertvollen Daten nicht versenden oder gleich einem Postboten in die Hand drücken? Prima, denn trotz aller Bequemlichkeit ist es aus drei Gründen ratsam. So lässt sich prima feststellen, ob die Firma Ihrer Wahl auch wirklich existiert. Und ob die „Technologie-Wunderfirma“ sich nicht zufälligerweise in einem Büro-Service Zentrum oder Call-Center verbirgt. Gleiches gilt für die Mitarbeiter. Können Ihre technischen Fragen beantwortet werden, haben Sie sich richtig entschieden. Außerdem müssen Sie kein Risiko eingehen, dass Ihr Datenträger beim Versand beschädigt oder verloren wird.

Fragen & kritisch sein: Die Datenrettungsfirma gibt es seit 1991? Erfolgsquote über 99%? Wäre schön wenn es Wahrheit wäre. Denn solche Zahlen sind glatt erfunden, weil sie nicht realisierbar sind. Unsere Branche ist sehr jung, kaum jemand war auf deutschem Markt vor dem Jahr 1996 präsent. Schon gar nicht, wenn der Firmeninhaber zu dem Zeitpunkt noch die Schule besucht hat. Die Erfolgsquote von über 91-95% gilt in der Branche als herausragend gut bzw. schwer erreichbar.

Referenzen: Jeder seriöser Datenrettungsanbieter hat die Referenzen, auf die er stolz ist, keine Frage. Allerdings sind unsere Geschäfte ausschließlich mit größter Diskretion verbunden. Nach wie vor gilt: über die Kunden wird normalerweise nicht in aller Öffentlichkeit (vor allem auf der Webseite) preisgegeben. Auf Kundenverlangen kann normalerweise eine Referenzliste vorgezeigt werden.

GOOGELN: Suchen Sie nach Erfahrungen anderer mit dem Anbieter. Verwenden Sie dafür nicht nur die Seitenadresse  (wie zum Beispiel www.datenwiederherstellung.de ) sondern auch den Namen des Betreibers / Inhabers (z.B. Olexiy Ushakov)  und /oder den Firmennamen (z.B. Muster GmbH). Vertrauen Sie auf keine zweifelhafte Bewertungen, die sich leicht manipulieren lassen (Trustpilot, Google Plus oder Foren Bewertungen von Personen, die sonst nichts gepostet haben etc.).

SEO-Spezialisten & PR-Agenturen am Marsch: Die moderne Realität sieht zum Teil skurril aus. Die seriösen Datenrettungsfirmen werden zunehmend durch Online-Marketing Spezialisten vom Markt gedrängt. Es spielt keine Rolle wie gut, kompetent, erfahren oder ausgestattet der jeweilige Anbieter ist. Es nutzt alles nichts wenn eine SEO / SEA Agentur die Hälfte aller Top-Platzierungen bei Google überdeckt, nur weil sie es kann. Man will nur schnelles Kapital generieren, die „Einweg-Kunden“ sind PR-Agenturen meistens gleichgültig. Wenn auch die besten Anbieter durch das Internet nicht mehr gefunden werden, gehen sie irgendwann den Bach runter. Prüfen Sie, ob ein schnell gefundener Anbieter Ihrer Wahl nicht zufälligerweise SEO/PR/Marketingleistungen zusätzlich erbringt.

P.S. Seien Sie schlau, nehmen Sie sich Zeit, INFORMIEREN Sie sich, auch wenn es eilt und brennt, denn sonst können Sie im Fall der Fälle nicht nur das Geld im Übermaß verlieren, sondern ein ernsthaftes Risiko eingehen, Ihre Daten nie wieder zu sehen.

Ihr Datenrettungsspezialist und der Brancheninsider

Olexiy Ushakov

Ein Gedanke zu „Schwarze Schafe oder Scheinanbieter in der Datenrettungsbranche“

  1. Es ist wirklich furchtbar was in dieser Branche passiert. Leider führen solche Unternehmen dazu, dass ehrliche Datenretter ebenfalls in Verruf geraten was letzendlich der gesamten Branche schadet. Da kann man sich nur für bedanken!

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